Kostenfaktoren

Die Audittage für die Erstzertifizierung werden aus einer Kalkulationstabelle in Abhängigkeit von der (wirksamen) Mitarbeiterzahl ermittelt.

Durch zusätzliche Faktoren kann diese Auditzeit nach oben oder unten korrigiert werden.

Die wirksame Mitarbeiterzahl errechnet sich wie folgt:

  • alle Vollzeitarbeitskräfte
  • Leiharbeitskräfte und Subkontraktoren sind voll (gemäß ihrer Arbeitszeit) einzubeziehen, wenn die Tätigkeiten relevant im Rahmen des Geltungsbereichs sind
  • „geringfügig Beschäftigte“ werden als ¼ Arbeitskräfte angesehen
  • Teilzeitkräfte werden gemäß ihrer Arbeitszeit anteilig auf Vollzeitkräfte umgerechnet.

Die Auditzeit erhöhende Standortfaktoren können sein:

  • komplizierte Logistik mit mehreren Standorten
  • erforderlicher Dolmetscher
  • unabhängiges Arbeiten einzelner Auditoren ist nicht möglich
  • sehr großer Standort mit geringer Mitarbeiterdichte
  • hohe Vielfalt an Vorschriften (z.B. Nahrungs-, Arzneimittel, Luft- und Raumfahrt, Atomenergie)
  • sehr komplexe Prozesse, hohe Zahl einmaliger Tätigkeiten

Die Auditzeit reduzierende Standortfaktoren:

  • Ausschlüsse (z.B. keine Entwicklung)
  • kein bzw. geringes Prozess- oder Produktrisiko
  • Vorkenntnisse zum Managementsystem aus anderen Zertifizierungsgebieten
  • kleiner Standort mit hoher Mitarbeiterdichte
  • hoher Anteil Mitarbeiter mit gleichen, einfachen Aufgaben
  • ausgereiftes Managementsystem (z.B. keine Nicht-Konformitäten in den letzten 2 Jahren)
  • identische Tätigkeiten in allen Schichten
  • Kleinstfirma, Familienbetrieb, einfache Abläufe, max. 6 Mitarbeiter

Die Zertifizierungskosten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen.

  • Zeitaufwand für die Planung, Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Audits (in Personentagen ausgedrückt, siehe Tabelle unten)
  • die Kosten für die Jahresgebühr (Registrierung und Verwendung des Zertifikats)
  • Reise- und evtl. Übernachtungskosten der Auditoren
  • evtl. Kosten für weitere Zertifikate (z.B. mehr als 3 Originalzertifikate, weitere Sprachen).
Personentagetabelle für eine Erstzertifizierung nach ISO 9001
effektive Mitarbeiterzahl Anzahl der Audit-Tage effektive Mitarbeiterzahl Anzahl der Audit-Tage
 1 – 5 1,5 626 – 875 12
6 – 10 2 876 – 1175 13
11 – 15 2,5 1176 – 1550 14
16 – 25 3 1151 – 2025 15
26 – 45 4 2026 – 2675 16
46 – 65 5 2676 – 3450 17
66 – 85 6 3451 – 4350 18
86 – 125 7 4351 – 5450 19
126 – 175 8 5451 – 6800 20
176 – 275 9 6801 – 8500 21
276 – 425 10 8501 – 10700 22
426 – 625 11 > 10700 Steigerung wie oben…
Angaben ohne Gewähr

Für ein Überwachungsaudit wird in der Regel 1/3, für ein Re-Zertifizierungsaudit 2/3 des Aufwands eines Erstzertifizierungsaudits angesetzt.

Die Auditzeit vor Ort darf 90% der Gesamtzeit nicht unterschreiten.

Die Zahl der Audittage darf nicht durch eine Erhöhung der Stunden pro Arbeitstag reduziert werden.

Die Tagessätze der Gesellschaften bewegen sich zwischen 800€ und 1.100€ je Auditor.

Unternehmen mit mehreren Niederlassungen oder Standorten können die Möglichkeit einer Verbundzertifizierung (Multi-Site-Verfahren, Matrixzertifizierung) nutzen. Voraussetzung ist ein gemeinsames Managementsystem (gemeinsame Qualitätspolitik, ähnliche Produkte bzw. Dienstleistungen, zentrale Managementbewertung, interne Audits unter der Leitung der Zentrale).

Während die Zentrale im Rahmen der Zertifizierungs- bzw. Überwachungsaudits jedes Mal auditiert wird, erfolgt die Auswahl der Standorte nach einem Stichprobenverfahren. Erfüllt ein Standort die Anforderungen nicht, ist das Zertifikat für den gesamten Geltungsbereich, also auch für die Zentrale (Hauptzertifikat) und alle anderen Filialen (Unterzertifikate) gefährdet.

Kleine und mittelständische Unternehmen können die Kosten durch eine Gruppenzertifizierung reduzieren. Dabei schließen sich mehrere Unternehmen zusammen und entwickeln ein gemeinsam geltendes Managementhandbuch. Arbeits- und Verfahrensanweisungen dagegen werden unternehmensspezifisch erstellt. Da nur ein Handbuch geprüft werden muss, reduzieren sich die Kosten. Jedes Unternehmen wird einzeln vor Ort begutachtet. Die Gruppe muss mindestens aus drei Unternehmen bestehen und darf maximal fünfzehn Unternehmen umfassen.

Das Zertifikat ist Ausdruck der Leistungswilligkeit und Qualitätsfähigkeit eines Unternehmens. Es garantiert jedoch nicht direkt die Produkt- oder Dienstleistungs-qualität.

Laut einer Umfrage gaben 32% der befragten Unternehmen eine Senkung der Fehlerkosten durch Einführung eines wirksamen QM-Systems an.